KLEIN3
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03.09.2026 · ~8 MIN LESEZEIT

Der Weg zur Leica (Q3)

Wieso ich nach Jahren mit Sony und Fuji letzendlich bei Leica gelandet bin.

Wie alles begann

Meine erste "moderne" digital Spiegelreflexkamera war diese Sony Alpha 300.

Sony Alpha 300 mit Tokina Ultraweitwinkel

Für wenige Euro im Fotoladen in Moers Mitte mit einem schicken Tamron 70-300mm Tele und einer 18-50er f/3,5-5,6 gekauft, kam ich damals glaube ich auf unter 500€. Die damals verwendeten CF-Cards habe ich immernoch zu Hause. Wirklich solide kleine Kerlchen mit Größen von 4GB (es gab natürlich auch größere, aber diese hatte ich hier).

Mit 10 MPixel, pardon, 10,2!, war die Kamera für alles was ich damit machte völlig ausreichend. Am meisten Spaß hatte ich mit dem Tele. Liebevoll "Joghurtbecher" genannt, war dieses Objektiv eine Offenbarung. Einfach dran drehen und schwupps war man bei 450mm (VF-Äquivalent) (eben bei dem APS-C Sensor von Sony *1,5 gerechnet). Sie wurde im Urlaub mitgenommen, hier und da Fotos gemacht, oder auf unseren Roadtrips durch die Niederlande.

Meine liebsten Fotos sind nach wie vor die dem "Event" überhaupt, die Sperrung der A40 an einem Sonntag im Juli 2010 (tragischer Weise genau eine Woche vor dem Unglück/Massenpanik auf der Loveparade hinter dem Duisburger Hauptbahnhof, nur wenige km entfernt).

Als es mich so richtig packte, habe ich dann begonnen mich für andere Formate zu interessieren, z.B. Ultraweitwinkel. Ich kaufte ein Tokina 11-16mm ƒ/2,8 Objektiv und merkte dann ganz schnell, das es zwar Spaß machte damit zu fotografieren, aber ich musste viel nachbearbeiten, damit nicht alles so extrem nach Fischauge aussah. Der Sensor half nicht gerade. Langzeitbelichtungen waren quasi nicht mehr möglich, da ich immer mehr "Hot Pixel" auf dem Sensor hatte. Damals hatte man noch kein Lightroom, dass diese mit einem Klick entfernt.

Also beschloss ich die Alpha 300 abzugeben und stieg um auf eine Alpha 6000. Eine silberne und diesmal mit nem richtig guten Objektiv. Irgendwie hatte mich die Sony Werbung auf Zeiss geprägt und so kaufte ich zu der Kit-Lense und dem (furchtbaren) e-Mount 55-200m welches ich blöderweise zur Kamera dazugekauft hatte, ein gebrauchtes Zeiss Objektiv. Ein "Touit" 12mm ƒ/2,8.

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Mein Lieblingsobjektiv wurde es paradoxer Weise aber nie. Das war dann doch mein 50mm ƒ/1,8 direkt von Sony. Ich hatte einen irren Spaß mit dem Objektiv und der Kamera. Es gipfelte dann damit, dass ich Nachts in sternklaren Nächten in Ackern hier am Niederrhein stand und Langzeitbelichtungen rüber nach Duisburg ins Ruhrgebiet machte.

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[SONY ILCE-6000 · E 12mm F2.8 · 12mm · f/2.8 · 10s · ISO 800]
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[SONY ILCE-6000 · E 12mm F2.8 · 12mm · f/2.8 · 20s · ISO 100]

Auf einem Stativ, versteht sich. Generell hatte ich zu dem Zeitpunkt richtig Spaß an Nachtaufnahmen gefunden. Selbst heute liebe ich es noch.

Bei einem Ausflug in die Hansestadt Hamburg wollte ich gerne Streetfotografie ausprobieren. Gar nicht so einfach mit einem 50mm oder 12mm Objektiv. Zähneknirschend kaufte ich ein weiteres Objektiv. Mit so einem blau/weißen Logo. Ein Zeiss 24mm ƒ/1,8. Nicht billig (für ein APS-C Objektiv).

Zeiss 24mm ƒ/1.8 für Sony E-Mount
[SONY ILCE-6000 · E PZ 16-50mm F3.5-5.6 OSS · 39mm · f/8.0 · 1/160s · ISO 100]
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[SONY ILCE-6000 · E 24mm F1.8 ZA · 24mm · f/2.5 · 1/1600s · ISO 800]
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[SONY ILCE-6000 · E 24mm F1.8 ZA · 24mm · f/2.0 · 1/200s · ISO 2000]

Immerhin schaffte ich diese beiden "Street" Fotos. Ja, ich merkte dann doch schnell, dass ich einfach zu nervös bin um solche Fotos zu machen, das kann meine Mutter viel viel besser.

Mein Lieblingsfoto von diesem Ausflug war dieses von Hamburger Hauptbahnhof.

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[SONY ILCE-6000 · 24mm · f/4.0 · 1/160s · ISO 1250]
(Ja, hier kollidieren zwei Signaturen miteinander - sorry 😛).

Sony Alpha 7 II mit Adapter auf A-Mount und Minolta 35-70mm ƒ/4 Makroobjektiv
[SONY DSC-RX100 · 28-100mm F1.8-4.9 · 10.4mm · f/1.8 · 1/50s · ISO 125]

Nach einem Schwenk zu Macrofotos (finde ich nach wie vor sehr faszinierend) mit der Sony RX100 meiner Frau, kam dann unweigerlich irgendwann der Tag an dem ich so viel über Vollformat gehört habe, dass ich mir eine Sony Alpha 7II gekauft habe.

Der nächste Urlaub stand an. Schweden, Stockholm, Malmö. Und ich wollte Fotos machen. Viele Fotos! Die a7II sollte mit einem "All in one" Objektiv ausgestattet werden. Also kaufte ich ein 24-240mm Sony Objektiv. Ich glaube es lag bei ƒ/3,5-6,3. Das Teil wog mit der Kamera gefühlt eine Tonne. Ich schleppte die Kamera zwei Tage kreuz und quer durch Stockholm und ließ sie dann zu Hause. Das iPhone (8 Pro) machte tolle Fotos, und so wurde die Sony im Urlaub nicht mehr angefasse und danach verkauft. Es machte wenig Sinn, ich wusste eh nicht was ich mit den Fotos machen sollte.

Ich hatte ein paar Jahre verstreichen lassen, doch so wirklich ließ mich die Begeisterung nie los. Ich wusste zwar immer noch nicht, was ich mit den Fotos machen sollte, aber hey.. das fotografieren ansich macht mir schon Spaß. Das ich nen hang zu "G.A.S." (Gear Aquisition Syndrom) habe, war mir durchaus bewusst. Ich stolperte über unzählige YouTube Videos und Webseiten in die Fänge von Fujifilm. Eine X-T10 war genau, was ich wollte. Und der Sensor machte irre scharfe Fotos. Ich habe eine Teleobjektiv und Fotos aus dem Zoo ließen mir die Kinnlade runterklappen. Irre scharf, für einen APS-C Sensor. Den Drang nach einem Vollformatsensor konnte ich erstmal unterdrücken. Erstmal. Gut 1 Jahr machte ich mit der Fuji Fotos und irgendwann war ich so von dem nicht vorhandenen Stabi genervt, dass ich eine andere Kamera haben wollte, die besser passte. Die Menüs waren gar nicht sooo viel besser also bei Sony!!! (Psst! 😊 Waren sie doch!). Ich verkaufte das eine oder andere Objektiv und am Schluß dann die X-T10 selber. Ich hatte keine Kamera mehr.

Für Fotos von meinem damaligen Honda Civic Type R hatte ich dann die alte Nikon D5200 von meinem Vater bekommen. Rückblickend reichte die auch völlig aus. Ich weiß noch, wie ich mit diese so ganz und gar nicht wasserdichten Kamera im strömenden Regen am Sportzentrum Rheinkamp stand und Fotos machte.

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[NIKON CORPORATION NIKON D5200 · 18.0-200.0 mm f/3.5-5.6 · 18mm · f/4.0 · 1/2s · ISO 100]
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[NIKON CORPORATION NIKON D5200 · 18.0-200.0 mm f/3.5-5.6 · 26mm · f/10.0 · 4s · ISO 100]

Heute bin ich lieber in meinem gebrauchten Model 3 elektrisch unterwegs, den kleinen roten Flitzer vermisse ich dennoch 😢

Wieder zwei Jahre (oder so) später, hab ich nach. Sony. Vollformat. Toller AF-C, Stabi drin. Aber nicht so groß und schwer wie die a7II bitte. Und da war sie. Die Sony Alpha 7C.

Sony Alpha 7C mit Zeiss 24-70mm f/4 - gestacked
[SONY DSC-RX100 · 28-100mm F1.8-4.9 · 10.4mm · f/1.8 · 1/20s · ISO 80]

Damals war ich wohl auf dem Weg in die Midlife Crisis, denn diese Gefühl "ich weiß nicht was ich überhaupt fotografieren soll." war so überdeutlich in mein Stammhirn gelasert, dass ich schlichtweg nach einigen Monaten aufgab und die a7C wieder abgab. Machte ich halt wieder Fotos mit dem iPhone.

Ich erwähnt es nochmal kurz, der Vollständigkeit halber, es folgten ein a6400 mit einem Tele von Tamron, mit der ich diese Art von Fotos machte...

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DSC02311-Verbessert-RR
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Rückblickend betrachtet weiß ich auch nicht mehr, wieso ich die Kamera nie so gerne hatte, so tolle Fotos wie ich damit machte. Es ist halt wellenweise bei mir. Nach einem Versuch mit einer X100IV (das war so gar nicht meins, was paradox ist, aber dazu kommen wir später), landete ich dann letztes Jahr bei einer X-T50 mit Kit-Objektiv (und verdammt, kann Fuji Objektive bauen). Die Idee meine beiden Hobbys Freizeitpark/Achterbahnen und Fotografie zusammenzubringen war jetzt nicht gaaaanz neu. Bei Foto Leistenschneider hatte man mir die X-T50 mit der Kit Lense empfohlen. Also kaufte ich dazu noch eine passende Tasche von Peak Design und von selbiger Marke einen Gurt. Ich war zwar lange Zeit freund von Handschlaufen, aber irgendwie wollte ich etwas Neues ausprobieren.

Goliath
[FUJIFILM X-T50 · XF16-50mmF2.8-4.8 R LM WR · 47.2mm · f/4.7 · 1/2000s · ISO 160]
[💡 NERD-WISSEN] [RCDB ↗]
Intamin Megacoaster · Eröffnung: 2002 · Geschwindigkeit: 106 km/h · Höhe: 46.8m · Länge: 1214m · Inversionen: 6
Untamed
[FUJIFILM X-T50 · XF16-50mmF2.8-4.8 R LM WR · 35.3mm · f/3.9 · 1/2000s · ISO 125]
[💡 NERD-WISSEN] [RCDB ↗]
Rocky Mountain Construction · Eröffnung: 2019 · Geschwindigkeit: 92 km/h · Höhe: 36.5m · Länge: 1085m · Inversionen 4
DSCF1142-2
[FUJIFILM X-T50 · XF16-50mmF2.8-4.8 R LM WR · 50mm · f/7.1 · 1/2500s · ISO 500]

Aber irgendwas passte nicht. Schaue ich meine eigenen Fotos an, weiß ich auch nicht mehr genau was, aber irgendwas störte mich. Ich wollte aufgeben. Die Kamera ging zurück. Es war ok. Strich drunter. So wirklich portabel wie ich mir das vorgestellt hatte, war sie nicht.

Meine Mutter war gerade von einer Leica Q3 28mm auf eine Q3 43mm umgestiegen. Interessant. Teuer. Viel zu teuer für mich, aber 60 MPixel? Und dann 43mm? Da kannste croppen bis der Arzt kommt. Ein gutes 3/4 Jahr nach der X-T50 beschloss ich recht spontan (und für mich selbst ungewohnt) in den Leica Store nach Düsseldorf zu fahren. Ich testete die Q3 mit 28mm und die mit 43mm. Der Verkäufer wollte mich in Richtung 28mm schubsen, wir hatten relativ lang und breit über das gesprochen, was ich denn so fotografiere. Ja, Achterbahnen. Schwierig. Braucht man ein Tele oder eher Weitwinkel. Die Antwort: Ja. Beides irgendwie, aber eher Tele. So verbrachte ich ein langes Wochenende grübelnd um dann zu sagen - die Q3 43mm, die bitte einmal eintüten mit dem Handgriff und der Daumenablage (nein, wir reden jetzt auf gar keinen Fall über die Preise, dann gehen mir die Nackenhaare wieder hoch). Die Leica war komplett neu für mich. Klar, mit der Q3 meiner Mutter hatte ich bei Familienfeiern hin und wieder ein Foto gemacht, aber draußen? Achterbahnen und Parks mit so einer teuren Kamera? Bin ich denn irre?

Leica Q4 43mm im Plopsaland Deutschland
[Apple iPhone 17 Pro · iPhone 17 Pro back triple camera 2.22mm f/2.2 · 2.2mm · f/2.2 · 1/777s · ISO 25]

Ja, vielleicht, vielleicht auch nicht. Die Leica war erst der behütete Schatz zu Hause, aber immer mehr nahm ich sie mit. Schließlich gebe ich nicht so viel Geld aus damit sie zu Hause liegt. Die Peak Design Tasche war schon ganz gut dafür. Ist sie leichter und handlicher als die X-T50? Öhm.. eher nicht, aber das Gewicht lohnt sich in Qualität, wie ich feststellen durfte. Ich wollte das, was ich beim Umstieg von meinem Civic zum Tesla hatte. Einsteigen, losfahren. Klar, die Leica kann auch manuell belichten, wie ich es in Rookburgh auch mehr als ausgiebig genoß.

L1011116
[LEICA Q3 43 · APO-SUMMICRON 1:2/43 ASPH. · 43mm · f/2.0 · 1s · ISO 100]
L1011133
[LEICA Q3 43 · APO-SUMMICRON 1:2/43 ASPH. · 43mm · f/2.0 · 1/2s · ISO 100]
Truck
[LEICA Q3 43 · APO-SUMMICRON 1:2/43 ASPH. · 43mm · f/2 · 3s · ISO 100]

Auf das Stativ geschnallt watschelte ich mitten in der Nacht durch den Themenbereich in meinem geliebten Phantasialand und konnte endlich, endlich die Fotos machen auf die ich mich sooo lange gefreut hatte. Die Lichter, Dunkelheit! Und die Ergebnisse haben mich dennoch vom Hocker gehauen. Wir sind angekommen. Die Leica macht mir einfach nur Spaß und ich freue mich auf die nächsten Parks, die nächsten Events, mehr Lichter, mehr Atmosphäre - gebannt auf diesen irre tollen Sensor.

Das ganze kam nicht ganz ohne Kollateralschaden. Die Q3 haut Bilder raus, die mein MacBook Air M5 nicht verknusen konnte. Zum Glück hatte ich das Studio Display bereits, aber statt MacBook Air M5, wurde es ein Mac Studio M4 Max mit 36GB RAM. Eine externe 4TB Samsung SSD macht den Speicherjob. Damals "nur" für 2105€ bei Cyberport via eBay "geschossen". Apple ruft nach dem Ramargeddon 2999€+ auf, für das gleiche Modell. Nun denn, Lightroom fliegt hier einfach nur so durch die Leica DNGs, dass es eine Freude ist.

Mehr zu Gear & Co gehe ich sicher in den nächsten Artikeln ein. Vielen Dank für's Lesen 😊

DENNIS KLEIN
PHOTOGRAPHY · Moers